Digitalisierung im Mittelstand

Aktualisiert: Juli 1

Für die meisten hört sich das ja schon an wie ein Kalauer: „Digitalisierung“ – „Blödsinn!“, „Warum!“, und „Ging doch auch ohne!“.


Bei uns heißt Digitalisierung nicht, dass Sie in Zukunft mit einem Computer sprechen müssen, wir möchten uns damit auch nicht übermäßig in den Vordergrund drängen, oder innovativ wirken. Nein wir möchten innovativ sein und unsere Ressourcen optimal nutzen, da diese begrenzt sind und leider auch nicht auf den Bäumen nachwachsen.


Ich selbst konnte miterleben wie in anderen Firmen mit Digitalisierung umgegangen wurde, daher wusste ich im Vorfeld schon: „Achtung! Das kann auch nach hinten losgehen“.


Angefangen hat alles mit einer Idee. Der Hintergrund dieser Idee war, dass wir alle immer zu lange gearbeitet haben. Nach 8 Stunden im Einsatz in die Firma kommen und dann noch Berichte für Euch unsere Kunden, oder für Versicherungen erstellen müssen, nervte einfach. Dabei ist auch mal ein Papierauftrag verschwunden oder der Mitarbeiter, der am Abend nicht mehr gerade Ausschauen konnte, hat den Bericht nicht mehr fertig bekommen und war dann mit Pech am nächsten Tag plötzlich krank. Viele kleine Problemquellen taten sich auf. Manche Morgen waren damit versäumt, diese ganzen Informationen wieder her zu bekommen, bzw. den Kunden, Sanitärbetrieb, oder die Versicherung zu beruhigen, warum den der Bericht noch nicht da sei. Eigentlicher Hauptgrund für mich war jedoch die endliche Ressource (meine Mitarbeiter) zu schonen – naja und mich natürlich auch! Das effektive Arbeiten rückte somit in den Vordergrund. Lieber eine Leckageortung oder ein paar Fliesen oder Pinselstriche mehr hinbekommen, als sich abends oder morgens in die Firma zu quälen und die fälligen Berichte anzufertigen.


Kurz um, wir gingen auf die Suche nach einem Partner, der die Ideen, die wir im Vorfeld alle bereits haarklein entwickelt und mit einem Workflowsystem verziert haben, umsetzen sollte. Wie Sie sich dies vielleicht vorstellen können, behauptet jede der Firmen (Programmierungs- / Workflowsystembereitsteller Firmen), dass das alles kein Problem sei und wir in – naja – drei bis sechs Monaten mit einer gesunden soliden „fertigen“ Lösung rechnen könnten, wenn wir unsere Vorarbeit vernünftig geleistet hätten. Drei Firmen wurden besucht, alles vorgestellt. Wir haben erklärt was wir wollen – leider war es anders herum nicht möglich, da ACHTUNG! – Wer hätte es gedacht – eine Digitalisierungslösung für das deutsche mittelständische Handwerk, welches man leicht an die Gegebenheiten anpassen kann, gar nicht so richtig zu existieren schien. ☹


Naja, wir haben uns dank eines guten Verkäufers / Vertrieblers für eine Firma entscheiden, die wahrscheinlich nicht ganz das konnte, was wir von ihnen erwarteten. Die, durch uns zu leistenden, Vorarbeiten (Diagramme, Ablaufpläne, Verkettungen, Dokumente und Zuständigkeiten) waren schnell geliefert, der Rest zog sich leider hin. Gespräche wurden geführt, bissel gestritten auch – und siehe da – Sachen die vorher nicht möglich waren, gingen auf einmal. Jetzt ist es soweit, die Testphase läuft! Da ich generell eher ein ungeduldiger Zeitgenosse bin – in meinen Augen nicht schnell genug – aber das wird schon.


Vorab wurden die Mitarbeiter mit Surfaces ausgestattet, Programme und kompatible Gerätschaften angeschafft und es klappt schon ganz gut. Wobei man manche Mitarbeiter mit so einem kleinen Computer doch auch ein wenig überfährt. Denk' aber: „Auch das bekommen wir schon hin“.


Hintergrund der Digitalisierung bei Mauro OTS GmbH


Mitarbeiter schonen:

Unsere Mitarbeiter sind das wichtigste Gut der Firma. Wenn die Qualität der Mitarbeiter und deren Motivation nicht stimmt, kann der Rest auch nichts werden. Wir schonen unsere Ressource „Mitarbeiter“ dadurch, dass diese in Zukunft direkt vor Ort Ihre Berichte erstellen, Bilder bearbeiten oder Aufmaße generieren können. D. h.: Keiner muss sich abends mehr ins Büro quälen oder morgens früher aufstehen, damit die Sachen übermittelt werden können. Natürlich stoßen wir aber auch hier auf Widerstände und das Motto: „Das haben wir immer schon so gemacht“, gibt es natürlich leider auch bei uns!


Für Kunden und Versicherung

Berichterstellung in Echtzeit. Wenn wir von der Baustelle losfahren, haben wir schon die Unterlagen, Berichte (Leckageortungsbericht / Aufmaß / Schadensbericht) und das entsprechende Bildmaterial im Büro und daraufhin auch bei Euch. Daher können wir in Zukunft noch schneller und effektiver für Euch tätig sein. Nachfolgende Firmen wie Sanitärbetrieb, können bei der Echtzeitübermittlung noch schneller und präziser reagieren.


Für uns im Büro

Nix mehr suchen müssen, nix mehr hinterfragen müssen, keine Einsatzberichte mehr erstellen und was das Wichtigste ist – auf einen Klick wissen, wer wo war und was gemacht wurde. Allein dieser Punkt erspart mir persönlich bestimmt drei Jahre Lebenszeit und meinen Bürokräften am Tag 30 Minuten Stress. Ganz so wird es nicht laufen, aber so war es gedacht!


Fazit

Unterm Strich ein kostspieliges Projekt, was sich aber voraussichtlich in kürzester Zeit für uns alle rechnen wird. Weil wir scheinbar sehr inovativ sind und der bayerische Staat auch inovativ sein möchte, haben wir sogar Fördergelder für das Digitalisierungsprojekt als Überraschung oben drauf erhalten!


Bei diesem Projekt werdet Ihr als Kunden recht schnell mitbekommen, wie es sich entwickelt – Ihr seid quasi live dabei!